Biancograt – Piz Bernina 4048 m

Biancograt von der Tschiervahütte aus gesehen

Biancograt von der Tschiervahütte aus gesehen

Der Wetterbericht versprach für das Wochenende ein Wetterfenster, das wir ausnutzen wollten, um den Biancograt im Engadin zu machen. Die letzten Wochen hatten dort für ideale Bedingungen mit gutem Trittfirn gesorgt. Da wir endlich mal wieder beide Zeit hatten und kein Dienst uns die Laune verderben konnte, machten wir uns mit Achims Auto auf den Weg in Richtung Schweiz.

Biwak am Julierpass

Biwak am Julierpass

Am Julierpass schlugen wir unser Zelt. Am nächsten Morgen fuhren wir über St. Moritz nach Pontresina, wo wir das Auto am Bahnhof stehen liessen und zur Tschiervahütte auf 2583 m aufstiegen. Von dort hatten wir bereits einen fantastischen Blick auf die messerscharfe Schneide des einzigartigen Biancograts. Er zeichnete sich gegen den stahlblauen Himmel ab wie mit einem fetten Pinsel gemalt. Normalerweise übernachten wir nicht so gerne auf Hütten.

Da der Biancograt aber am besten als Überschreitung in Angriff genommen wird, entschieden wir uns gegen ein Biwak. Die Hütte war wegen des guten Wetters ziemlich voll, falls ich vergessen hatte, warum ich keine Hütten mag, hier wurde ich nochmals dran erinnert. Der Umstand, dass die meisten anderen Bergsteiger zwei Tage für die Überschreitung des Piz Bernina einplanen und auf der italienischen Seite eine zweite Nacht in der Marco-E-Rosa Hütte einlegen sollte uns aber zu Gute kommen. Für uns kam eine weitere Nacht nicht in Frage, da wir ja am Montag wieder arbeiten mussten und zum anderen war der Wetterbericht nur für den kommenden Tag gut, mit Durchzug einer Front am Abend. Es kann ziemlich unangenehm sein, auf einer Hütte ohne Handyempfang eingeschneit zu werden, die meisten Arbeitgeber haben da wenig Verständnis. Also entschlossen wir uns schon gegen 01.00 Uhr aufzubrechen, zwei Stunden vor dem Rest.

Achim beim Abstieg

Achim beim Abstieg

Die Nacht war entsprechend kurz und pechschwarz als wir in voller Montur vor die Hütte traten. Anfänglich war der Weg gut zu finden, alle 30 m stand ein Steinmann, beim Aufstieg zur Fuorcla Prievlusa war dann aber Kreativität bei der Routenfindung gefragt. Nachdem wir jedoch die Scharte über vereiste Felsen erklommen hatten und auf deren Rückseite den Biancograt betreten hatten, mussten wir diesem einfach nur noch folgen. Die Bedingungen waren wirklich perfekt, so dass wir nur durch unsere fehlende Akklimatisierung etwas eingebremst wurden. Vom Piz Bianco zieht zum Piz Bernina die Berninascharte, sicherlich der luftigste und spannendste Abschnitt der Besteigung. Nach einigen Seilmanövern konnten wir aber auch den letzten Steilaufschwung bewältigen und waren gegen 7 Uhr am Gipfel. Nach einer kurzen Gipfelrast und ein paar Fotos ging’s dann auf italienischen Seite den Spallagrat hinunter, einigen entgegenkommenden Seilschaften mussten wir dabei ausweichen. Nach einer etwas ausgedehnteren Pause an der Marco-e-Rosa.Hütte gings dann über Gletscher und Gletscher und Gletscher endlos zurück ins Tal, inklusive happigen Gegenanstiegen. Zum Glück konnten wir das letzte Stück mit der Gondel fahren. Zurück nach Pontresina nahmen uns ein paar nette Bergsteiger aus Ludwigsburg in ihrem Auto mit.

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Kurze Tourenbeschreibung:

Von Pontresina gehts bis zur Tschiervahütte auf 2583 m. Von dort weiter zur Fuorcla Prievlusa. Hier beginnt der sagenhafte messerscharfe Biancograt, der bis zum Piz Bianco führt. Von hier gehts über die heikle Berninascharte auf den Piz Bernina. Am besten steigt man über den Spallagrat ab und kommt somit zur Marco-e-Rosa-Hütte. Wenn man hier eine Übernachtung einplant, wird es eine gemütliche Tour, ansonsten ein ziemlicher Hatsch zur Seilbahnstation.Fotos vom Montblanc