Weisshorn 4505 m

Weisshorn (Quelle: http://www.picswiss.ch/Wallis/VS-34-01.html)

Weisshorn (Quelle: http://www.picswiss.ch/Wallis/VS-34-01.html)

Packen = Puzzeln

Packen = Puzzeln

Wenn man im Wallis Bergsteigen geht, dann kann man sich dem Weisshorn nicht entziehen. Dabei ist es vom Tal aus gar nicht so gut zu sehen, mal vom Rhonetal abgesehen, wo man es in 20 km Entfernung am Horizont sehen kann. Aber von jedem höheren Berg fällt einem das Weisshorn als mächtige Schneepyramide ins Auge. Dieser Berg zog uns magisch an, so dass wir ihn Ende August 2003 besteigen wollten. Wir hatten extra unserern Flug nach Irland zu Melis Hochzeit verlegt, um das Wochenende frei zu bekommen und es hat sich gelohnt. Nach dem wir in knapp 3 h zur Hütte hochgedampft waren, richteten wir uns einen gemütlichen Biwakplatz bei etwa 3000 m ein und dösten den Rest des Tages in der Sonne, den Biwaksack als Sonnensegel. Gegen 19.00 Uhr konnten wir eine Rettungsaktion mit dem Heli im Gipfelbereich beobachten und fragten uns, was man so spät noch da oben zu suchen hatten. Jedenfalls flöste uns der Gipfel mächtig Respekt ein und wir beschlossen einmal mehr, die Zeit und das Wetter am nächsten Tag ganz genau im Auge zu behalten. Um 3 Uhr brachen wir vom Biwak auf, zunächst überquert man den Schaligletscher um dann über steiles Blockgelände bis auf 3800 m zum “Frühstückstplatz” zu steigen, wo wir uns gegen 6 Uhr anseilten. Der folgende Felsgrat hat seinen Namen verdient und war zum Glück schneefrei, auch der Firngrat, der sich anschloss war aper, so dass wir gut vorankamen. Näher am Gipfel spürten wir die Höhe dann doch ziemlich, 4500 m sind keine Kleinigkeit. Ein paar Wolken hüllten uns ein, so dass wir den Gipfel nicht sehen konnten. Auf die Frage wie weit es noch sei, antworteten entgegenkommende Bergsteiger “so etwa ne halbe Stunde noch”. Das war ganz schön frustrierend, aber sie hatten uns etwas verladen, denn schon nach 5 min riss der Nebel plötzlich auf und ich sah das Gipfelkreuz 10 m direkt über mir: “Achim wir sind oben” Wahnsinnspanorama!

Schwierige Wegfindung im Abstieg

Schwierige Wegfindung im Abstieg

Im Abstieg wurd es dann nochmal spannend, weil sich von Süden her ziemliche schnell ein Gewitter aufbaute, so dass wir mächtig Gas geben mussten, einmal hatten wir auf dem Felsgrat totalen Seilsalat und Achim bekam ordentlich Kopfschmerzen. Nachdem wir unserern Abstieg mit einer kleinen Skiabfahrt auf Sohlen übder ein Firnfeld etwas beschleunigt hatten, waren wir dann doch um drei Uhr am Biwakplatz, packten im Regen zusammen und machten uns an die 1500 hm Abstieg nach Randa, insgesamt ging es an diesem Tag also 3000 m bergab, das merkten wir am Ende auch ziemlich. So waren wir froh, endlich am Auto zu sein und das Weisshorn in der Tasche zu haben. So lange du am Berg bist, gehörst du ihm, erst im Tal gehört er dir. Die nächsten Tage waren wir wie dedopt. liefen mit einem fetten Grinsen durch die Gegend und waren einfach happy, auch weil wir, anstatt wieder arbeiten zu müssen gemeinsam nach Irland fliegen durften und eine Woche Urlaub hatten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Comment Spam Protection by WP-SpamFree

Weitere Informationen


Größere Kartenansicht

Kurze Tourenbeschreibung:

Von Randa gehts schweißtreibend bis zur Weisshornhütte. Etwas weiter oberhalb gibt es einen sehr guten Biwakplatz. In der Nacht quert man zu erst den Gletscher und steigt dann über Felsrippen bis zum Frühstücksplatz. Von dort zuerst auf dem luftigen Felsgrat und dann über den anspruchsvollen Firngrat. Über einen kurzen Eis-Aufschwung gelangt man zum Gipfelaufbau. Beim Abstieg ist die Wegfindung vom Frühstücksplatz nicht ganz einfach, weil es zahlreiche falsche Wegspuren gibt, die in übles Bruchgelände führt.Fotos vom Weisshorn