Lenzspitze – Abbruch
Aus der Kategorie Bergsteigen vom 01.08.2004
Nachdem wir 2 Wochen zuvor das erste Mal am Bietschhorn gescheitert waren, wollten wir eine schöne Felstour auf die Lenzspitze mit Überschreitung zum Nadelhorn probieren. Das Wetter war eigentlich ganz vielversprechend, aber eigentlich hätten wir die Sommersnowboarder auf dem Parkplatz in Saas Fee als Omen richtig deuten sollen. Jedenfalls waren wir froh, unser Zelt dabei zu haben, denn Nachts kam eine Schlechtwetterfront, die neben Gewittern auch ca. 20 cm Neuschnee brachte, am ersten August! Wir versuchten trotzdem, auf die Lenzspitze zu steigen, was ehrlich gesagt ziemlich frustrierend und mühselig war, denn der Grat, der bei aperen Verhältnissen richtig Spaß machen muss, war total eingeschneit und deshalb tasteten wir uns langsam aufwärts, immer mit mühsamer Sicherungsarbeit. Nach der Schlüsselstellt bei knapp 4000m sahen wir ein, dass es zu lange dauern und die Überschreitung bei diesen Verhältnissen auch alles andere als lustig werden würde. Zusammen mit einer anderen Seilschaft, die eigentlich die Dreieselswand durchsteigen wollte und uns mittlerweile eingeholt hatte stiegen wir kurzerhand durch eine steile Schneeflanke auf das Gletscherplateu ab und kehrten zu unserem Biwak zurück. Einigermaßen frustriert fuhren wir nach Hause. Auf dem Weg zurück ins Rhone-Tal präsentiert sich einem der Blick aufs Bietschhorn und ohne es auszusprechen wussten wir, dass wir da doch noch hochmussten.



