Bietschhorn – 3934 m
Aus der Kategorie Bergsteigen vom 15.08.2004
Den ersten Versuch, das Bietschhorn zu besteigen unternahmen wir Ende Juli 2004. Es ist ein Berg, den man nicht als allererstes auf seine Wunschliste setzt, da “nur” 3934 m hoch ist. Allerdings ist es ein wirklich schöner Berg mit fordernden Graten und einer atemberaubenden Ansicht aus dem Tal. Da wir vom Jahrhundertsommer 2003 noch total verwöhnt waren, überraschte uns am Grimselpass erst ein mal ein kleiner Minigletscher, wo im Jahr zuvor schon die Blumen geblüht hatten. Auch in der Route lag noch eine Menge Schnee, so dass wir z.T. den Winterweg benutzten und froh waren, fürs Biwak Achims MSR-Zelt dabei zu haben. In der Route selber lag auch noch einiges an Schnee, was vor allem in den steilen Flanken ein Problem war, denn oft muss man kleinere Türme abseits des Grates umklettern. Sicherungstechnisch stellten uns die faulen Firnflanken ebenfalls vor Schwierigkeiten, so dass mir beim knapp 3500 m die Nerven gingen. Ich bat Achim, die Tour abzubrechen, da uns im Aufstieg noch ein paar heikle Querungen erwarteten, ganz zu schweigen vom Rückweg. Also fuhren wir erst mal nach Hause, nicht wirklich unglücklich, denn der Rückzug war eine gute Entscheidung, hinter der wir hundertprozentig standen.
Als wir das nächste Mal zwei Wochen später im Wallis waren und von Saas Fee zurück ins Rhonetal fuhren, zeigte sich uns der Berg von seiner imposantesten Seite, hoch über dem Rhonetal als stolze Granit-Pyramide und da war unausgesprochen klar, dass wir es erneut versuchen würden. Gerade mal 4 Wochen nach unserem ersten Versuch waren wir wieder bei der Bietschhornhütte. Und was für ein Unterschied, plötzlich war Sommer. Das Biwak meisterten wir diesmal ohne Zelt, um drei gings los. Perfekte Verhältnisse bei trockenem Fels, keine Firnfelder mehr, einfach super! Pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir um 6 Uhr am Gipfel, den ganzen Grat seilfrei hinter uns gebracht. So schnell waren wir noch nie gewesen, bereits um 14.00 Uhr waren wir am Auto und dementsrpechend früh in Würzburg. Zum Glück hatten wir beim ersten Mal den Gipfel nicht erzwungen, abgesehen davon, dass es zu gefährlich gewesen wäre, hätten wir uns um dieses tolle Gipfelerlebnis gebracht.







