Matterhorn 4478 m
Aus der Kategorie Bergsteigen vom 06.08.2006
Eigentlich wollten wir ja nie aufs „Hörnli“ steigen, hatten wir uns geschworen. Schließlich ist das Matterhorn das Ziel jedes Möchtegern-Alpinisten. Entsprechend überlaufen und kommerzialisiert ist dieser Berg. Das alles schreckte uns ab, so dass wir uns mit anderen, durchaus auch anspruchsvolleren Zielen beschäftigten. Aber je öfter ich diesen Berg sah, desto klarer wurde mir, dass ich mich ihm auf Dauer nicht entziehen könnte. Und da man das Matterhorn so ziemlich von jedem Berg im Wallis aus bestens sehen kann, reifte der Wunsch in uns, nun auch den Hörnligrat zu machen. Die Schwierigkeit der Kletterei ist nicht das Problem, wohl aber die Länge der Tour, knapp 1200 hm reine
Kletterei sind zu bewältigen. Dazu kommt das Problem der Routenführung. Die meisten Seilschaften versteigen sich in der Dunkelheit auf falschen Wegspuren und gelangen in die äusserst brüchigen Flanken des Matterhorns, das wiederum löst gefährlichen Steinschlag aus. Je mehr Bergsteiger unterwegs sind, desto größer die Gefahr von Steinschlag, vom Stau an den Schlüsselstellen ganz zu schweigen. Also entschlossen wir uns, erst nach Sonnenaufgang aufzubrechen. Diese Taktik ging anfangs auch bestens auf. Ohne einen Verhauer gelangten wir rasch höher, auf dem ausgeputzten Grat war die Kletterei richtig schön. Im Laufe des Tages sollten wir aber unseren späten Aufbruch noch bereuen. Die Route führt vorbei an der Solvay-Hütte, einem Not-Biwak auf 4003 m, weiter auf die Schulter des Matterhorns und von da an kraftzehrend an Fixseilen über das Dach bis auf den Gipfel, den wir gegen 10.00 Uhr erreichten. Ab dem Solvay-Biwak kamen uns die ersten Seilschaften entgegen, was vor allem an den Fixseilen für Stau sorgte, der sich aber noch in Grenzen hielt. Leider hatten wir viel zu wenig Wasser dabei, so dass wir bereits auf dem Gipfel andere Bergsteiger anschnorren mussten. Ein wirkliches Problem, denn der Abstieg würde sich mindestens genauso lange hinziehen und ohne Wasser erschöpft man viel schneller.
Fakt komplett ausser Acht gelassen. Da wir am nächsten Tag arbeiten mussten, blieb uns aber nichts anderes übrig, als mit unseren 20kg-Rucksäcken in Richtung Zermatt abzusteigen, was für eine Wurst!




